Am 12.11. um 7 Uhr ging meine Willkommens-Mail an meine Teilnehmerinnen raus und mein Onlinekurs startete. Um 13 Uhr gab es das Online-Tool, das die Basis meines Kurses gewesen war, nicht mehr. Wie kann das passieren und wie geht man damit um?

Und so begann das Desaster zum Kursstart

Kurz nach dem Start des Onlinekurses las ich, dass die Macher des Online-Tools, das ich seit Monaten nutzte, ihre Webseite für ein Stündchen offline nehmen, weil sie etwas aktualisieren wollten.

Meine 2. Kurs-Mail ging daraufhin raus. Ich informierte meine Teilnehmerinnen, dass sie sich nicht wundern sollten, wenn sie sich jetzt in der Zeit registrieren wollen. Die Tool-Webseite würde vermutlich nachmittags wieder zur Verfügung steht.

Um 13 Uhr war die Seite wieder online, die Macher verrieten mehr und ich sah es live: das Online-Tool hatte einen neuen Namen, ein neues Layout, weniger Funktionalität! Und ich las mit Entsetzen, was die Macher vorhatten: 6 Wochen später sollte Schluss sein mit dem kostenlosen Tool! Weitere Infos wollten sie in den nächsten Tagen geben.

Muss ich den Onlinekurs jetzt absagen? Klick um zu Tweeten

Währenddessen standen meine Kursteilnehmerinnen in den Startlöchern. Nur wenige Stunden zuvor hatte ich die Videos und How-to Anleitungen in meinem Kursbereich soweit fertig gestellt und war mega stolz, dass ich es geschafft hatte! Das war nun Schnee von gestern, denn die dort gezeigten Schritte gab es nicht mehr … Und ob das Tool künftig überhaupt noch für unseren Zweck geeignet war, stand in den Sternen.

Mir ging es nicht gut! Das sind Momente, in denen Fetzen von verschütteten Glaubenssätzen durch den Kopf rauschen. Warum ich? Warum jetzt? Das ist gemein!

Hätte ich diesen Onlinekurs gar nicht machen sollen?

Natürlich ist es ein Risiko, einen Kurs zu erstellen, der auf einer technischen Lösung basiert. Ich mache mich abhängig von einem Anbieter, bei dem ich als Nutzer wenig zu melden habe. Und ich hatte einen echten Volltreffer gelandet! Dafür gab es leider keinen Preis.

Mein nächster geplanter Schritt, den Kurs wenige Monate später zum zweiten Mal und deutlich größer zu starten, rückte erstmal in den Hintergrund.

Viel wichtiger war mir an diesem Montagmittag: Was kann ich meinen Teilnehmerinnen anbieten? Sie warteten auf eine Info von mir, um sich bei dem Tool zu registrieren, das nun ganz anders hieß, nicht wieder zu erkennen war und dessen künftige Nutzung unklar war.

Transparenz in Problemsituationen

Was konnte ich tun? Transparenz gegenüber meinen Teilnehmerinnen war mir wichtig. Es gab in diesem Moment noch keine Lösung und keinen Plan B, aber weiter machen konnten meine Leute nicht. Also ging die 3. Kurs-Mail an diesem Tag raus, so dass alle Bescheid wussten und den Kurs erstmal 2-3 Tage beiseite packen konnten.

Danach hatte ich Zeit zum weiteren Flennen und Fluchen. Dabei fielen mir viele Situationen in meinem Leben ein, die mir aussichtslos schienen und die ich sowohl überstanden als auch gemeistert habe. Es stand kein Menschenleben auf dem Spiel und ich konnte darauf vertrauen, dass mir immer Lösungen einfallen.

Muss ich den Onlinekurs jetzt abbrechen?

Drüberschlafen hilft, in diesem Fall auch zweimal. Zumal ich ungeduldig auf die Ankündigung der Macher des Tools wartete, wie es denn nun weiter gehen soll. Als ich die Nachricht erhielt, war mir klar, dass dieses Tool für meinen Onlinekurs erledigt war. 100 Dollar monatlich war kein Preis, der zum Einstieg in ein neues Thema angemessen schien.

Ja, es gibt andere Tools und es werden weitere Online-Dienste zu diesem brandaktuellen Thema aus dem Boden schiessen …

  • Kenne ich mich damit aus? Nein!
  • Weiß ich, ob diese Start-ups nicht auch Morgenluft schnuppern und sich umorientieren werden? Nein!
  • Will ich das ganz sein lassen? Nein!

Und dieses letzte Nein half mir dabei, anders zu denken. Ich hatte mir das Erstellen von Alexa-Skills in wenigen Monaten intensiv erarbeitet. Ich hatte auch dabei einige Hürden genommen, denn viele Dinge klappten dabei erstmal gar nicht. Ich hatte eine Menge gelernt und ich glaube an das Potential von Alexa-Skills. Der Markt ist noch im Entstehen, es passiert so viel und ich bleibe dabei. Auch wenn ich quasi nochmal von vorne anfangen muss. Den Kurs absagen ist also keine Alternative! Nun wollte ich eine Lösung für meine Kursteilnehmerinnen finden.

Konstruktive Schritte zur Lösung

Mein Onlinekurs hatte nur 5 zahlende Teilnehmerinnen. Einige kannte ich zumindest lose. Daher sprach ich mit jeder einzelnen, um zu fragen, was ihre Bedürfnisse sind und wie eine individuelle Lösung aussehen kann. Wollten sie jetzt ganz fix einen Alexa-Skill bauen? Das hätten wir dann zusammen machen können. Wollten sie vom Kurs zurück treten oder den Kurs ein paar Wochen später starten?

Alle Teilnehmerinnen reagierten gelassen und es war für alle ok, einen Neustart in wenigen Wochen zu machen. Niemand war sauer oder wollte raus aus dem Kurs. Für die meisten war der Start mit einem Alexa-Skill der Wunsch verbunden, das einfach mal auszuprobieren, also keine Eile! Und ich war rundum froh, genau die richtige Menschen in meinem Kurs zu haben und hatte eine Sorge weniger.

Vertrauensaufbau zahlt sich auch in Krisen aus. Klick um zu Tweeten

Positive Seiten im Kurs-Desaster

„Das, was Dir passiert ist, davor hatte ich immer Angst und habe daher meinen Onlinekurs nie gestartet.“ Das sagte mir eine Teilnehmerin in unserem Gespräch. „Jetzt bin ich motiviert, denn ich sehe, sowas kann passieren und auch damit kann man umgehen. Ich starte jetzt also meinen Onlinekurs. Dein Kurs ist daher schon jetzt sein Geld wert.“ Da saß ich also mit Gänsehaut in diesem Zoom-Gespräch und merkte wie wertvoll es ist, in solchen Situationen direkt mit den Menschen zu sprechen. Schade nur, dass man sich online nicht um den Hals fallen kann.

Wenn ein Onlinekurs 6 Stunden nach dem Start zusammen bricht, ist es ein Desaster. Das ist nicht lustig! Und es kann passieren. Aber es gibt immer Lösungen.

Ich habe schon oft in bekloppten Situationen die positiven Seiten gefunden. Und ich hatte auch jetzt Glück:

  • In meinem Kurs waren nur 5 Teilnehmerinnen, so konnte ich mit jeder einzelnen Kundin sprechen. Ich weiß nicht, was ich mit 50 Teilnehmern gemacht hätte.
  • Auch wenn es kurios war, dass diese gravierende Änderung auf den Punkt zeitgleich mit meinem Kursstart war! Hätten die Tool-Macher es eine Woche vorher angekündigt, dann hätte ich den Kurs abgesagt. Hätten sie es später angekündigt, dann hätten meine Kursteilnehmer einiges an Arbeit in die Tonne hauen können.
  • Ich habe Wunschkunden, die gelassen und verständnisvoll reagierten. Und ich habe mit meiner Kommunikation und in meinen Webinaren Vertrauen aufgebaut.
  • Meiner Prokrastination sei Dank hatte ich zum Kursstart noch nicht alle Videos produziert.
  • Ich hatte bereits eine Menge gelernt, wie man Alexa-Skills erstellt und muss keineswegs wieder bei Null anfangen.
  • Mein Wunsch, mit Alexa-Skills weiter zu machen, war nach dieser Probe gefestigt.
  • Ein Vorteil von Online-Workshops gegenüber Onlinekursen hat sich bestätigt und ich kann nun eine Anekdote in meinem Webinar „Pluspunkte des Workshop-Formates“ ergänzen.

Nach dem Kurs ist vor dem Kurs

Es folgten einige Wochen intensiver Recherche und Einarbeitung in neue Werkzeuge. Ich baute meine bestehenden Alexa-Skills nach und freue mich jetzt über die Vorteile der neu entdeckten Tools. Und ich glaube, es wird noch besser, denn diese neu entdeckten Lösungen bieten uns noch viel mehr Möglichkeiten.

Mehr über Alexa, Alexa-Skills und den Onlinekurs, in dem die Teilnehmer ihre Alexa-Skills erstellen werden, erzähle ich in Live-Webinar, melde Dich kostenlos an.

 

werschreibt
Eva Peters begleitet Individualisten im Online-Business und zeigt den Weg zum eigenen Alexa-Skill. Sie betreibt den Onlinekurse Kompass und den Blog artilda für Deine kreative Seite