Selbstfürsorge im Online-Business ist Chefsache!

Als Selbstständige können wir nicht darauf warten, dass sich jemand anderes darum kümmert, dass es uns gut geht. Das müssen und dürfen wir selber tun.

Noch dazu, wenn wir selbstständig im Online-Business sind. Noch dazu, wenn wir als Solopreneur selber für alles verantwortlich sind.

Also auch für unsere Selbstfürsorge.

„Selbstfürsorge im Online-Business“ auch zum Hören

Auch in der 36. Folge vom Ideen Talk Podcast spreche ich über die Selbstfürsorge und warum es gerade für selbstständige Coaches, Berater und Trainer ein relevantes Thema ist:

Wenn im Online-Business immer mehr dazu kommt

Du sitzt bis spät abends am Computer, schreibst Blogartikel oder bereitest Social Media Beiträge vor, grübelst über der Verkaufsseite für Deinen neuen Onlinekurs. Und noch weitere wichtige Aufgaben schmoren auf Deiner To-do-Liste?

Ja, so kann der Alltag im Online-Business ganz schnell aussehen!

Du liebst was Du tust. Aber es ranken sich immer mehr Sachen drumherum. Jeden Abend wird es spät. An den Wochenenden arbeitest Du Liegengebliebenes ab und kannst nachts kaum noch abschalten. Kommt Dir das auch bekannt vor?

Ich höre von immer mehr selbstständigen Frauen, dass sie sich ausgelaugt fühlen. Und viele von ihnen wuppen oft zusätzlich noch ein Familienleben. Die Überforderung durch Job und Familie wird zum Normalzustand.

Aber auch ohne familiäre Verpflichtungen kommt man schnell ins Hamsterrad der Selbstständigkeit.

 

Auf die Anzeichen der Überforderung achten

Ich selber war ebenfalls lange in diesem Workaholic-Dasein verstrickt. Noch dazu zeitgleich mit 2 Business-Standbeinen. Das hieß: jeweils 2 Social-Media Kanäle, 2 wöchentliche Newsletter, 2 Blogs usw.

Die Anzeichen mangelnder Selbstfürsorge hatte ich lange übersehen. Und mich daran gewöhnt, dass ich nun mal viel zu tun habe. Bis es nicht mehr ging. Wirklich nicht mehr ging.

Körperliche Symptome wie Rücken- und Schulterschmerzen und aber auch weniger Konzentration und Schlaflosigkeit gaben mir den einen oder anderen Wink.

 

Selbstfürsorge lernen

Nach und nach habe ich dann einiges heruntergefahren und mein Verhalten verändert. Mehr auf mich selbst zu achten, so dass es im Alltag machbar ist, musste ich erstmal üben. In kleinen Schritten und mit Übungen, die sich nicht wie weitere To-dos anfühlen.

Heute habe ich wieder mehr Luft und Leben zwischen meinem Tun. Mittlerweile hat Selbstfürsorge bei mir Priorität, sowohl für mich als auch in der Zusammenarbeit mit meinen Kundinnen. Deswegen arbeite ich gerne individuell und mir liegen im Online-Business besonders „machbare“ Online-Produkte am Herzen.

Mir ist wichtig, dass wir uns erlauben, Online-Produkte in die Welt zu bringen, mit denen wir uns wohlfühlen und die zu uns passen. Und ich bin davon überzeugt, dass es uns besser geht, wenn wir unsere Selbstständigkeit im Online-Business so gestalten, wie es uns gefällt.

 

Zwischen Herzensbusiness und Hamsterrad

Das Online-Business kann uns fix in ein Dilemma bringen: Weil Du Dein Business an den Start bringen möchtest, bist Du voll dabei. Du liebst was Du tust. Du bist bereit, Dich richtig reinzuhängen und schaffst das schon.

Stimmt’s?

Schnell etwas nebenher essen während wir uns ein wichtiges Video ansehen. Nur noch eben diese eine Sache fertig machen, dann vielleicht eine Pause. Aber schon ist es draußen dunkel geworden … Das kann mal passieren. Aber wir kommen da ganz schnell rein, dass solche Momente keine Ausnahme mehr sind, wenn wir endlich unser Ding machen wollen.

Natürlich können wir das und halten es auch durch, eine Weile. Vielleicht auch eine ganz schön lange Zeit.

Aber wir schaden damit nicht nur uns, sondern auch unserem Business!

Es lohnt sich also doppelt, mal kurz innezuhalten.

 

Warum Selbstfürsorge im Online-Business so wichtig ist

Selbstfürsorge ist Chefsache. Wir sind für unser Business verantwortlich und auch für uns selber, für die Person, die den Chefhut aufhat. Wir sorgen für unser Wohl, soweit es in unserer Hand liegt. Wir können entscheiden, ob wir noch einen Blogartikel schreiben müssen oder ob eine Pause notwendig ist. Und wenn es nur in Form einer Mittagspause ist. Und zwar nicht, um die Wäsche zu machen und mal in der Wohnung durchzusaugen.

Denn unser Business hat nichts davon, wenn wir aus den Latschen kippen!

Dann haben wir schlimmstenfalls keine Einnahmen und können auch nicht für unsere Kunden da sein. Bis dahin gehen wir unter Umständen ausgelaugt und gestresst in unsere Termine. Wir wissen ja, dass man Online-Meetings auch abhalten kann, wenn es eigentlich gar nicht mehr geht …

Aber unser Stress ist auch spürbar für andere. Die Menschen merken, ob wir noch Spaß an dem haben, was wir tun. Oder ob wir schon voll im Hamsterrad klemmen. Was vermitteln wir, wenn wir permanent unter Druck sind?

Wenn wir rund um die Uhr und dauerhaft nur für unser Business da sind, haben wir keinen Abstand mehr zu dem, was wir tun. Dadurch können wir nicht mehr reflektieren was wir da eigentlich machen. D.h. wir machen zwar eine Menge, bleiben aber unter unserem Niveau.

Wenn der Körper (oder Kopf oder Seele) uns signalisiert, dass es so nicht mehr weiter geht, ist höchste Eisenbahn für Selbstfürsorge. Vielleicht ist das unser körpereigene Betriebsrat, der da gerade anklopft.

Was können wir dann tun, außer das Handtuch werfen oder verbissen weiter machen?

 

 

Raus aus dem „selbst und ständig“

Das mit dem „selbst und ständig“ ist so eine Sache. Klingt ganz witzig, ist es aber nicht. Es kann helfen, wenn wir uns einen Rahmen schaffen.

Sich so einen Rahmen zu setzen, kann man für einige Zeit ausprobieren. Z.B. mit einem zeitlichen Rahmen, beispielsweise:

  • feste Feierabende
  • Sonntage frei
  • kein Social Media am Wochenende.

Ja, das klingt banal. Aber es lohnt sich, so etwas Einfaches auszuprobieren. Was kann schlimmstenfalls passieren? Und es lohnt sich auch, zu gucken womit wir unsere Zeit verbringen. Schau Dir hier 6 typische Zeitdiebe im Online-Business an und wie Du sie in den Griff kriegen kannst.

Der Rahmen kann auch so gestaltet sein, dass wir definieren, was mir machen und was nicht mehr in unseren Aufgabenbereich fällt. D.h. auch, sich mal ein „Nein“ zu erlauben oder auch Aufgaben abzugeben. Welche Zusatzaufgaben möchtest Du nicht mehr machen? Was könntest Du abgeben? Erlaube Dir, das zu überlegen. Und zwar ohne zu bewerten, dass das nicht möglich ist.

Wenn wir uns so einen Rahmen setzen, welche Qualität könnten wir dadurch eventuell wieder gewinnen? Nicht nur für unser Leben, sondern auch für das Business. Vielleicht:

  • Würden wir uns morgens fokussierter an den Schreibtisch setzen?
  • Damit auch wieder den Blick frei haben und entscheiden, welche Aufgaben wirklich wichtig sind?
  • Wieder mit Leichtigkeit und entspannt unsere Arbeit machen?

Wir haben die Wahl, so weiter zu machen oder eine klitzekleine Änderung testweise zu probieren. Dabei erkennen wir auch, dass wir tatsächlich Spielraum haben und dass wir etwas ändern können. Denn unsere Überarbeitung ist nicht in Stein gemeißelt.

Gerade als Solopreneur können wir Selbstfürsorge für uns auch erstma für einen gewissen Zeitraum ausprobieren. Denn wir haben keine Mitarbeiter, um die wir uns zusätzlich kümmern müssen und meist ein Business, das eher klein und auf eine Nische fokussiert ist. Und wir sind meist niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig.

 

Wie Selbstfürsorge im Online-Business in kleinen Häppchen machbar ist

Fangen wir doch in kleinen Häppchen an. Denn es bringt nichts, wenn wir jahrelang auf eine längere Auszeit hinarbeiten, die immer unrealistischer wird. Und wir wissen ja bereits, wie es sich anfühlt, wenn wir weitermachen wie bisher.

Warum also nicht mit kleinen Dingen beginnen, die uns gut tun könnten? Zum Beispiel eine morgendliche Meditation. Ich nutze gerne die geführten Meditationen von Kirsten Tofahrn (diese 7 Minuten dürften drin sein). Oder Spaziergänge, Yoga-Einheiten, Seilspringen, ein Nickerchen, Lesen oder einfach mal eine halbe Stunde Nichtstun. So sieht es aktuell bei mir aus.

Dabei geht es nicht nur darum, um jeden Preis etwas zu tun, sondern erstmal wahrzunehmen wie die Lage ist. Das Thema Achtsamkeit wird zurecht immer wichtiger und ist natürlich eng verbunden mit Selbstfüsorge,

 

Welche Selbstfürsorge Ideen kommen Dir in den Sinn?

Überlege, welche Dinge Dir gut tun könnten. Das kann natürlich ganz anders sein als bei mir!

Mach eine Liste an großen und kleinen Dingen, mit Übungen und Ritualen, die Dir gut tun und womit Du Deine Batterien wieder aufladen kannst. Notiere Dir auch, was Du bereits machst. Vielleicht sind es die täglichen Runden mit dem Hund, die Dir kleine Auszeiten bescheren. Erfinde Deine eigenen Selbsfürsorge Tipps!

Ich glaube, wir müssen nicht unser ganzes Leben umkrempeln, um Selbstfürsorge in den Alltag zu integrieren. Und wir können heute mit ersten kleinen Schritten beginnen. Auch Selbstfürsorge zu praktizieren bleibt ein Prozess, den wir je nach Lebenssituation und eigenen Bedürfnissen anpassen können.

 

Mein Fazit: Erlaube Dir Selbstfürsorge in Deiner Selbstständigkeit, so wie Du es von einer guten Chefin erwarten würdest.

 

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