Das mit den gratis Online Challenges ist gefährlich, sie lauern an jeder Ecke – auch hier – mit lockenden Versprechen und die Anmeldung dafür ist so simpel, dass man einfach mitmachen muss!

Eine niedrige Hemmschwelle ist auch gewünscht. Die Challenge-Anbieter freuen sich über eine wachsende Newsletter-Liste, doch wer macht da eigentlich mit? Auf welche Arten von Teilnehmern treffen wir bei Online Challenges? Und lohnt es sich, all diese Menschen zu bedienen?

Karteileichen

Eine feste Gruppe von Teilnehmern sind solche, die gar nicht mitmachen. Einmal anmelden und dann nicht mehr auftauchen ist ihr unbeabsichtigtes Motto. Die Gründe mögen unterschiedlich sein und eine hohe Zahl an komplett passiven Leuten sagt gar nichts über die Qualität der Challenge aus. Vielleicht war die Ankündigung der Challenge so genial, dass einfach zugegriffen wurde.

Stille Teilhaber

Neben den komplett Passiven gibt es die stillen Teilhaber. Sie lesen eher für sich die E-Mails der  Challenge, beteiligen sich aber nicht aktiv. Möglicherweise machen sie für sich selber auch die Aufgaben. Beim Newsletter-Provider kann man nachsehen, wieviele Leute die Mails lesen, wobei dort natürlich nicht nach der Aktivität in der Community gefiltert werden kann. Gelegentlich und eher überraschend für den Anbieter, kommen von den stillen Mitmachenden persönliche Mails, in denen sie sich bedanken oder eine Frage stellen.

Auch passive Leser können im Anschluss an die Challenge durchaus mit spontanen Käufen überraschen.

Aussteiger

Wer am 1. Tag noch freudig dabei ist und sich in der Gruppe vorstellt, aber dann eher früher als später weg ist, macht einen großen Teil der Challenge-Mitmacher aus. Viele Leute haben keine Zeit dafür, die Tagesaufgaben sind ihnen zu umfangreich, die Motivation zu niedrig. Manche lesen noch die Aufgaben oder kündigen an, sie „später“ zu machen. Hier ist generell eine wohlwollende Ausgangssituation vorhanden, aber die Schwelle ist zu hoch, dabei zu bleiben.

Einige Aussteiger, die es wirklich wissen wollen, versuchen sich an dem anschliessenden kostenpflichtigen Angebot. Denn wer bezahlt, ist auch disziplinierter dabei. Dies ist auch ein Argument für höhere Preise bei Onlinekursen.

All you can eat

Das Meiste aus dem rausholen, was geboten wird, ist nicht das schlechteste Motto dieser Gruppe. Der Challenge-Anbieter bekommt hier viel zu lesen und wird unter Umständen auch sehr gefordert von diesem Segment. Diese Gruppe ist allerdings auch auf einen besonderen Preisrabatt aus, wenn es nach 21 Tage gratis Challenge ein kostenpflichtiges Folgeprodukt gibt.

Der Konkurrenz-Beobachter

Eine Challenge aus der gleichen Branche lässt man sich nicht entgehen. Für viele Coaches gleicht es einer Gratis-Fortbildung. Sie erleben, wie Kollegen mit der Thematik und den Problemen der Teilnehmer umgehen, und obendrein lässt sich auch noch die Angebotsstrategie beobachten. Diese Gruppe ist nicht unbedingt auf ein „Copy & Paste“ aus. Aber die Fragen und Engpässe der gemeinsamen Zielgruppe zu erleben, ist Marktforschung pur.

Und wo ist der Wunschkunde?

Leider nicht mit entsprechendem Namensschild ausgestattet sind die Teilnehmer dieser definitiv beliebtesten Gruppe. Wie genau diese aussieht, hängt natürlich von der eigenen Wunschkunden Definition ab. Aber hier passen das Angebot der Challenge und Bedürfnis der Teilnehmer zusammen und dauern noch über die Challenge hinaus. Mit dabei sind neue Gesichter, aber auch Wiederholungstäter. Wer eine Fangemeinde hat, wird sie bei seiner Challenge oft wieder treffen.

Der Wunschkunde taucht in allen beschriebenen Teilnehmergruppen von Online Challenges auf. Letztlich melden sich alle Teilnehmer bei der Challenge an, weil sie das Thema interessiert oder neugierig auf den Anbieter sind. Beim Wunschkunden werden die Erwartungen an die Challenge erfüllt, oder der Anbieter zieht ihn mit seiner Art mit. Der zwischenmenschliche Faktor spielt also neben dem Thema eine große Rolle.

Online Challenge als Wunschkundenfilter

Wer eine Online Challenge macht, steckt da sehr viel Arbeit, Zeit und Wissen rein. Aber es ist eine gute Möglichkeit, sich dort aus der Menge der Teilnehmer seinen Wunschkunden anzunähern. Hier zeigt der Anbieter, was er kann und wie sein zwischenmenschlicher Umgang mit potentiellen Kunden ist. Menschen, bei denen die Chemie nicht stimmt, bleiben automatisch weg. In einer Challenge gilt das ganz besonders, denn der Anbieter präsentiert sich nicht nur auf seiner Landingpage, sondern zeigt sich im Laufe der Challenge von seiner besten Seite. Eine gute Basis also für beide Seiten für die weitere Zusammenarbeit.

Willst Du mehr wissen über Online Challenges? Hier erfährst Du mehr zu Dauer und Zeitpunkten von Online Challenges. In 2016 waren 91 Online Challenges im Onlinekurse Kompass gelistet, die ich in einer Infografik zusammengefasst habe.

 

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werschreibt
Eva Peters ist bekennende Anhängerin von Onlinekursen. Hauptberuflich ist sie Marktforschungsberaterin und hat viele unterschiedliche Interessen. Daher freut sie sich auf Onlinekurse nahezu aller Art.

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