Alles muss man selber machen, vor allem Fehler. Auf dem Weg zu meinen eigenen virtuellen Workshops habe ich ganz viele Fehler gemacht. Einige dieser Fehler beim Erstellen eines Online-Workshops verrate ich jetzt, wo ein bisschen Gras drüber gewachsen ist.

Der erste Online-Workshop geht auch zweisprachig

Mein erster Online-Workshop steht an. Als ich 2013 diese 1. Online-Malnacht plane, habe ich Kontakt zu sehr vielen Kreativen aus Dänemark. Wir kennen uns aus einem Onlinekurs, stellen zusammen in Dänemark aus und lernen uns dort auch persönlich kennen. Die dänischen Freunde sind sehr aufgeschlossen, daher lade ich sie ebenfalls zu der geplanten virtuellen Malnacht ein. Und so mache ich den gesamten Input auf Deutsch und auf Englisch!

Die Malnacht läuft in einem eigenen Online-Forum. Daher muss ich auch für das Forum die entsprechenden Infos auf Englisch vorbereiten. Wie man sich einloggt und wo was zu finden ist. Aus heutiger Sicht war das ein bisschen bekloppt …

Das ist alles machbar, aber für die Nutzer viel zu kompliziert. Für mich natürlich auch. In einer Facebook-Gruppe ist das viel einfacher, denn die Nutzeroberfläche ist jeweils in der Landessprache. Auch die Kommunikation unter den Teilnehmern wird mehrsprachig recht chaotisch. In meinem Beispiel – der Malnacht – ging es eher darum, die eigenen Bilder zu zeigen, da war der textliche Austausch untereinander nicht ganz so wichtig.

Heute weiß ich: Projekte und Online-Produkte dürfen so einfach wie möglich sein.

Ich brauche viele Teilnehmer

Viele Teilnehmer, wer will das nicht! Denn das ist ein Indiz dafür, auf dem richtigen Weg zu sein. Mit der erwähnten 1. Malnacht wollte ich natürlich viele Teilnehmer. So kam es überhaupt dazu, dass ich das Projekt zweisprachig machte.

Aber sind viele Teilnehmer wirklich das, was uns weiter bringt?

Den Erfolg an der Anzahl der Teilnehmer zu messen, scheint mir falsch. Es bringt sowohl den Mitmachenden als auch dem Anbieter deutlich mehr, wenn die richtigen Leute dabei sind. Denn mit einem ersten Projekt erlebt man es „in echt“, welche Gruppengröße hier passt. So kann man den Workshop in den nächsten Runden anpassen und gezielt Teilnehmer gewinnen.

So mache ich es heute: Ich beschränke jetzt bewusst die Gruppengröße, je nachdem, welches Format der Workshops hat. Gerade zum Einstieg ist das sehr erleichternd für den Anbieter. Kleine Fehler lassen sich auf kurzem Dienstweg klären.
Und die Teilnehmer erfahren in kleinen Gruppen einen echten Mehrwert. Beim Workshoptag um einen eigenen Online-Workshop zu erstellen, machen maximal 4 Teilnehmer mit. Für mich eine optimale Gruppengröße.

Ich brauche viele Flyer

Machen Flyer für die Bekanntmachung von Online-Workshops Sinn?Weiter geht es mit meinen Kreativ-Workshops, die ich auch über ein Wochenende anbiete. Mit einem Flyer kann ich viele Leute erreichen. Solche, die gerne kreativ sind und etwas Neues ausprobieren. So Leute wie ich.

Also mache ich Flyer, viele Flyer, die ich aushängen und auslegen kann. Allerdings: sowas wie schwarze Bretter gibt es kaum noch. Dort, wo man Flyer auslegen kann, biegen sich meist die Tisch unter der Papierflut. In manchen Cafes ist es total kompliziert („bewerben Sie sich bitte bei dem Chef in Berlin“) oder das Angebot darf nicht kommerziell sein. In manchen Läden kann man Flyerfächer mieten, andere winken gleich ab.

Flyer drucken ist heute sehr preiswert, je höher die Auflage, desto preiswerter. Daher gibt es auch eine unglaubliche Fülle an Werbematerial aller Art.

Einen eigenen Flyer mache ich nur noch, wenn ich gezielt Leute einladen möchte oder konkrete Plätze habe, wo ich den Flyer auslege. Für ein Online-Produkt mit einem gedruckten Flyer zu werben funktioniert nur, wenn man die Zielgruppe damit wirklich erreichen kann. Die Zeit, mit Flyern hausieren zu gehen, lässt sich wirklich sinnvoller verbringen.

Das ist etwas ganz Neues

Eine tolle Idee, etwas ganz besonderes, was es so noch nicht gibt. Das bringt leider nichts, wenn es für die potentiellen Interessenten unklar ist. Oder wenn es zu weit weg ist von dem, was sie bereits kennen.

Als ich 2017 mit dem Online Live-Zeichnen begann, haben das viele nicht verstanden. Wer dann mitmachte, war meist überzeugt. Das Online-Café, mit einer Sequenz aus mehreren Zeichenworkshop-Terminen habe ich mehrmals durchgeführt. Viele Teilnehmer kauften es wieder. Das Produkt funktionierte durchaus, aber es war zu viel Aufwand, das Konzept erstmal bekannt zu machen.

Jetzt ist mir sonnenklar: Das Thema des Workshops oder des Onlinekurses sollte leicht verständlich sein! Das kann man übrigens gut testen: Kann ich selber das Thema des Workshops anderen einfach darlegen? Haben die eine Vorstellung davon? Wäre das für sie interessant oder könnten sie wiederum anderen davon erzählen? Schliesslich ist jeder, dem wir davon erzählen ein potentieller Multiplikator. Auch beim Netzwerken und bei Live-Events wollen wir in kurzen Gesprächen von unseren Angeboten erzählen.

Das klappte z.B. sehr gut mit dem Online-Workshoptag für Deine Weihnachtsaktion, den ich Ende 2017 durchführte.

Das Thema lasse ich offen

Anfang 2018 starte ich weitere Workshops im Onlinekurse Kompass. Mit dem Umsetzungstag für die eigene Selbstständigkeit möchte ich eine Lücke schließen, die ich selber oft empfinde: in die Pötte kommen. Daher lasse ich das Thema offen, mit dem sich die Teilnehmer an dem Tag befassen. Jeder wird schon wissen, wo er immer wieder stehen bleibt und welche Todos immer wieder weiter geschoben werden.

Das funktioniert so nicht. Der Interessent wird damit zu unkonkret angesprochen und kann sich da nicht wieder finden.

Auch die Art der Unterstützung durch mich wird so nicht ganz klar. Und nur wer mich sehr gut kennt, weiß bereits vorher, dass ich gezielt motiviere und Lösungen für Probleme finde, so dass die Leute fokussiert weiter kommen.

Je konkreter das Thema eines Online-Workshops ist, desto klarer fühlen sich die passenden Interessenten angesprochen. Sie erfahren auch, wie ihnen durch den Workshop geholfen wird.

Fehler beim Erstellen eines Online-Workshops

Fehler gehören dazu, wenn wir etwas Neues ausprobieren. Online-Workshops eignen sich perfekt, um Fehler zu machen. Wir können sie als Experiment nutzen, gerade wenn wir in einem neuen Themenbereich unterwegs sind oder erst mit dem Online-Business starten. Erfahre mehr im nächsten Webinar:

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Eva Peters begleitet Individualisten im Online-Business, führt Online-Workshops durch. Sie betreibt den Onlinekurse Kompass und den Blog artilda für Deine kreative Seite